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Der St. Georgener Gastronom Werner Trefzer zieht sich nach über vier Jahrzehnten als Koch aus dem Berufsleben zurück.
Eigentlich scheint es so einfach: Wir besuchen ein Restaurant, bestellen etwas zu trinken und zu essen und lassen es uns gut gehen. Nach ein bis zwei Stunden verlassen wir das Restaurant mit wohl gefülltem Magen und hochzufrieden.
Doch so einfach ist es für das Führungspersonal und die Angestellten des Restaurants nicht: Bevor wir unser Essen genießen können, wird in der Küche und im Service geschuftet und geschwitzt. Vor allem die Köche stehen unter Strom, da sie ihren Gästen nur das Beste anbieten wollen. Und wenn man gleichzeitig noch Besitzer des Restaurants ist, kommen in einer Woche gerne mal 70 bis 80 Stunden Arbeitszeit zusammen. Da braucht es viel Kraft und Durchhaltevermögen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Der St. Georgener Koch und Gastronom Werner Trefzer hat das lange erfüllt und zieht sich nun nach 44 Jahren als Koch, davon 27 in der Selbstständigkeit, zum Jahreswechsel aus dem Berufsleben zurück.
Werner Trefzer kann auf ein bewegtes und abwechslungsreiches Leben als Koch und Unternehmer zurückblicken. Schon in jungen Jahren war ihm klar, dass er Koch werden wollte: „Ich habe früh im Gasthaus meiner Eltern in Schopfheim geholfen. Für mich gab es nie einen Zweifel. Ich wollte Koch werden.“ Deshalb entschied er sich gegen den Rat seines Lehrers eine weiterführende Schule zu besuchen und begann im Alter von 14 Jahren in Heidenheim eine Ausbildung zum Koch. Danach folgten Tätigkeiten in verschiedenen Restaurants und Hotels in Deutschland – darunter auch Sternerestaurants –, wie es für Köche üblich ist, wenn sie ihr Profil schärfen wollen. Über Stuttgart, Höchenschwand, Bodensee und Mönchengladbach landete Werner Trefzer in Breitnau, wo er nicht nur eine neue Küche kennenlernte, sondern auch seine „Liebe“ fand.
In der beschaulichen Schwarzwaldgemeinde lernte er seine Frau Pia kennen, mit der er seit nunmehr 37 Jahren verheiratet ist. Werner Trefzer nahm sie mit auf seine kulinarische Reise durch Deutschland. Das Paar arbeitete beispielsweise in Stuttgart, Radolfzell und landete 1979 schließlich in Frankfurt am Main, wo Werner Trefzer in einem Hotel arbeitete. Die Zeit in Frankfurt bezeichnet er „als eine der schönsten Erfahrungen in meinem Berufsleben.“ Vier Jahre später verließ er die Main-Metropole, denn es zog ihn nach Freiburg. In der Zähringerstadt übernahm er den Ratskeller, welcher seine erste Station als selbstständiger Gastronom wurde, und den er fünf Jahre lang führte. Es folgten 12 Jahre im Engel in Horben, bis er im Januar 2000 mit seiner Familie die Linde in Freiburg-St. Georgen übernahm. Der gebürtige Schopfheimer leitete zusammen mit Schwiegersohn Didier Sifferlin, den Töchtern Tanja und Carmen sowie Ehefrau Pia zehn Jahre lang erfolgreich das Gasthaus in der Basler Landstraße 79.
Doch Ende dieses Jahres soll nun Schluss sein. „Nach mehr als 40 Jahren als Koch, davon fast 30 in der Selbstständigkeit, denke ich, dass es an der Zeit ist, in den Ruhestand zu treten“, meint Werner Trefzer. Ist da nicht auch ein bisschen Wehmut dabei? „Nein, ich bin sehr glücklich mit der Entscheidung“, sagt Werner Trefzer mit einem zufriedenen Lächeln. „Außerdem war es keine plötzliche, sondern eine nach reiflicher Überlegung gefällte Entscheidung.“ Zusammen mit seiner Frau freue er sich nun auf einen wohlverdienten Ruhestand, Zeit zum Genießen und für seine Hobbies. Im neuen Jahr dürfte er des Öfteren auf dem Rennrad oder Mountainbike in der Regio unterwegs sein. Für dieses Hobby blieb in den vergangenen Jahren zu wenig Zeit, da er mit vollem Einsatz und Begeisterung in der Küche stand. Außerdem planen er und Pia die eine oder andere Reise, etwa nach Südtirol oder ins Piemont. „Jetzt können wir diese schönen Gegenden und deren Wein noch besser genießen, da wir einfach mal ein paar Tage dranhängen können, wenn wir Lust dazu haben“, sagt Werner Trefzer.
Natürlich lässt ihn die Faszination Kochen, der er schon mit zehn Jahren erlegen war, nicht ganz los. Er könne sich gut vorstellen, mal Kollegen in der Küche zu unterstützen, außerdem wolle er für Freunde und Bekannte kochen – zumal in den nächsten Monaten die Zeit dafür gegeben sei. Nach zehn Jahren verlassen Werner Trefzer und seine Familie nun das beliebte Gasthaus im Freiburger Stadtteil: „Meine Familie und ich bedanken uns bei unseren Gästen, die dafür gesorgt haben, dass die zehn Jahre in der Linde eine Menge Spaß machten.“